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Buch: What to ask the person in the mirror - Autor: Robert Steven Kaplan
Buch: What to ask the person in the mirror - Autor: Robert Steven Kaplan

Buch: What to ask the person in the mirror

Autor: Robert Steven Kaplan

Kurzkritik  Dieses Buch von Kaplan ist, abgesehen von meinen eigenen Publikationen, meine häufigste Leseempfehlung zum Thema Führung. Es beschreibt mit großer Klarheit, wie man als Chef/in sowohl unterstellte Führungskräfte als auch ein ganzes Unternehmen führen kann. Dieses Buch hilft, sich selbst und dem Kernteam die wesentlichen Fragen zu stellen und Antworten darauf zu erarbeiten. Kaplan argumentiert sehr stringent und liefert eine Abfolge an Maßnahmen, mit der man Abteilungen, Bereiche oder auch ganze Konzerne zum Erfolg führen kann. Das Buch ist sehr anschaulich geschrieben und bietet viele Beispiele aus der Zeit des Autors bei Goldman Sachs sowie aus seiner Beratung von…

LeadershipJournal - Bewertung

Inhalt
Praxisnutzen
Lesbarkeit

Überragend

Fazit: Eine Pflichtlektüre für obere und mittlere Manager!

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Kurzkritik 
Dieses Buch von Kaplan ist, abgesehen von meinen eigenen Publikationen, meine häufigste Leseempfehlung zum Thema Führung. Es beschreibt mit großer Klarheit, wie man als Chef/in sowohl unterstellte Führungskräfte als auch ein ganzes Unternehmen führen kann.

Dieses Buch hilft, sich selbst und dem Kernteam die wesentlichen Fragen zu stellen und Antworten darauf zu erarbeiten. Kaplan argumentiert sehr stringent und liefert eine Abfolge an Maßnahmen, mit der man Abteilungen, Bereiche oder auch ganze Konzerne zum Erfolg führen kann.

Das Buch ist sehr anschaulich geschrieben und bietet viele Beispiele aus der Zeit des Autors bei Goldman Sachs sowie aus seiner Beratung von CEOs als Harvard-Professor. Eine überragende Pflichtlektüre für obere und mittlere Manager!

Titel: What to ask the person in the mirror – Critical questions for becoming a more effective leader and reaching your potential
Autor: Robert Steven Kaplan
Seiten: 264
Verlag: HBR Press
Preis: 24 €
Englische Ausgabe bestellen: hier

Ausführliche Kritik

Robert Steven Kaplan war 23 Jahre bei Goldman Sachs tätig und wurde dort die weltweite Nr. 2 nach Henry M. Paulson. Im Anschluss war er fünf Jahre Professor in Harvard und beriet viele CEOs von Konzernen weltweit in Fragen der Führung. Er ist jedoch nicht, wie oft angenommen wird, der Erfinder der Balanced Scorecard. An deren Entwicklung war ein anderer Harvardprofessor mit fast identischem Namen beteiligt, nämlich Robert Samuel Kaplan. Beide haben ihre Bücher bei demselben Verlag, Harvard Business Press, unter dem Namen Robert S. Kaplan veröffentlicht.

Robert Steven Kaplan vertritt in seinem Buch die These, dass exzellente Leader die Fähigkeit haben, sich regelmäßig zurückzulehnen und die richtigen Fragen zu stellen. Herauszufinden, welche Fragen das sein sollten, war für Kaplan ein langer Prozess. Das Suchen hat sich gelohnt, denn diese Fragen haben nicht nur ihn selbst sehr erfolgreich werden lassen, er coacht damit auch die Vorstände globaler Konzerne. Das Buch hat acht Kapitel, sieben davon beginnt Kaplan mit jeweils zwei bis fünf Fragen, die man sich zum Thema des Kapitels stellen sollte. Anschließend erklärt er, weshalb er diese Fragen für so bedeutsam hält und gibt Hinweise, worauf bei der Beantwortung und Umsetzung zu achten ist. Anhand vieler Beispiele von Topmanagern zeigt er, welche karriere- und zum Teil auch unternehmensgefährdenden Konsequenzen es hat, wenn diese Fragen nicht rechtzeitig beantwortet werden.

Kaplan beginnt im ersten Kapitel mit der Vision, die jedes Unternehmen und auch jede Führungskraft für sich entwickeln sollte. Bis zur Kaplan-Lektüre hatte ich Visionen für etwas gehalten, das nur wenigen besonderen Menschen à la Steve Jobs zusteht. Die Unternehmen, die ich kannte, hatten keine Vision. Wenn sie eine hatten, kannte sie keiner der Mitarbeiter und sie war sie so beliebig formuliert, dass man sie mit jedem Konkurrenzunternehmen hätte austauschen können. Dieses Buch hat meine Meinung geändert. Eine Vision, die sich am Wohl anderer orientieren sollte, wird sowohl für Unternehmen als auch für die einzelne Führungskraft immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Kaplan bevorzugt klare Vorgehensweisen. Er gibt Hinweise, wie man eine Vision entwickelt und daraus drei bis maximal fünf Prioritäten ableitet, wie man diese erreichen will. Er empfiehlt, anschließend eine Woche lang die eigenen Tagesaktivitäten im Detail mitzuschreiben und die tatsächlichen Tätigkeiten mit den gesetzten Prioritäten zu vergleichen. Das Ergebnis ist fast immer erschreckend!

Das klingt für manchen Leser vielleicht nach simplem Zeitmanagement. Aber auch bei CEOs weltweit tätiger Konzerne führt die Übung zu der Erkenntnis, dass fast jeder von ihnen große Teile seiner Arbeitszeit verschwendet, weil die tatsächlich verrichtete Arbeit meist in kaum einem Verhältnis zu den drei aus der Vision abgeleiteten Prioritäten steht.

Auch in den folgenden Kapiteln sind die Vorgehensempfehlungen von Robert S. Kaplan pragmatisch und sehr gut umsetzbar. Drei Ideen als Beispiel:

  • Entwickeln Sie als Vorstand einen unternehmensweiten Feedbackprozess und gehen Sie mit gutem Beispiel voran, indem auch Sie sich Feedback einholen.
  • Delegation soll gezielt eingesetzt werden und mit einer Nachfolgeplanung für wichtige Position einhergehen. An potenzielle Nachfolger werden Wachstumsaufgaben delegiert, die sich auf die jeweils vorgesehene Position beziehen. Wer als Führungskraft keinen Nachfolger aufgebaut hat, wird selbst nicht befördert.
  • Kaplan empfiehlt, einmal im Jahr die »Clean Sheet of Paper«-Übung durchführen zu lassen, bei der junge talentierte Leader das Unternehmen radikal hinterfragen. Hier kommen grundlegende Verbesserungsmaßnahmen zutage, die nicht wenige Unternehmen vor dem Untergang gerettet haben.

Kaplan gibt vielen Themen ein neue Tiefe und das mit hoher Glaubwürdigkeit. Es stellt scheinbar banale Themen wie »Feedback geben« in einen neuen Kontext und zeigt, dass sie kritisch für den gesamten Unternehmenserfolg sind. Wer seine Argumente und seine Empfehlungen für das Feedback liest, wird das Thema nie wieder als banal abtun. Bei diesem Buch hatte ich so viele Aha-Erlebnisse wie zuletzt vor 15 Jahren, als ich Maliks »Führen, Leisten, Leben« las.

Es versteht sich von selbst, dass es keine ultimativen Rezeptbücher für den Erfolg als Unternehmenslenker geben kann, weil die Welt zu komplex ist, um nach einfachen Erfolgsregeln zu funktionieren, die für alle Unternehmen gleich wären. Kaplans Ideen kommen meiner Überzeugung nach einem wirksamen Rezeptbuch dennoch sehr nahe. Wie so oft ist die Umsetzung der Empfehlungen die eigentliche Herausforderung. Was einfach klingt, ist nicht immer einfach in den Alltag zu integrieren.

Das Buch erklärt, wie man ganze Unternehmen und auch unterstellte Führungskräfte zum Erfolg führt. Deshalb empfehle ich es als Pflichtlektüre für obere bis mittlere Manager. Unteren Managern würde ich andere Einstiegslektüre vorschlagen.

Ab Kapitel sechs beginnen die Beispiele denen in vorherigen Kapiteln zu ähneln, aber das tut dem Inhalt insgesamt keinen Abbruch. Kaplans Sprache ist klar und leicht verständlich, die Beispiele sind sehr praxisorientiert und nachvollziehbar. Die Kapitel bauen logisch aufeinander auf, sodass man das Buch am besten ganz lesen sollte.

Fazit:

Ein überragendes Buch für obere bis mittlere Manager, das sehr anschaulich erklärt, wie man Führungskräfte und auch ganze Unternehmen zum Erfolg führt. Pflichtlektüre!

© 2015 Alexander Groth (www.leadershipjournal.de)

Autor Alexander Groth

Alexander Groth

Alexander Groth ist Professional Speaker, Trainer und Autor für Leadership. Er vermittelt Führungskräften neue Impulse für ihre Arbeit und ist Lehrbeauftragter an drei Universitäten. Sein Engagement gilt der Förderung einer modernen Führungskultur.

Groth ist einer der meistgelesenen Führungsautoren. Als Dozent mit der besten Benotung erhielt er zweimal in Folge den Best Teaching Award der TU München.

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